abendblatt “Mitarbeiterbeteiligungen. Denken wie ein Unternehmer”

Oliver Steiner, 29. August 2007

 

Sarik stand in der letzten Woche beim Abendblatt Rede und Antwort zu dem Thema: “Mitarbeiterbeteiligungen. Denken wie ein Unternehmer“. Viel Spass bei der Lektüre!

Hier ein kleiner Auszug:

ABENDBLATT: In der Hochphase der New Economy waren Mitarbeiterbeteiligungen weit verbreitet. Beim Zusammenbruch der Neuen Wirtschaft hat dieses Modell kräftig Federn gelassen. Warum setzen Sie trotzdem darauf?

SARIK WEBER: Weil das Thema an sich immer noch gut ist. Das hat vor allem drei Gründe: Erstens identifiziert sich der Mitarbeiter stärker mit den Zielen des Unternehmens. Zweitens wird er automatisch an unternehmerisches Denken herangeführt, weil er ja praktisch Mitinhaber der Firma ist und damit meist mehr Verantwortung für das Ganze empfindet. Und drittens stärkt dieses Instrument auch die Unternehmenskultur, den Zusammenhalt und den Teamgedanken.

ABENDBLATT: Schön und gut, aber in der Vergangenheit waren viele Aktienoptionen wertlos, weil die Unternehmen pleitegegangen sind. Was hat sich denn seitdem verändert, dass dieses Modell auf einmal wieder interessant wird?

WEBER: In der New Economy waren viele Geschäftsmodelle nicht tragfähig. Deshalb konnten viele Unternehmen ihre Versprechen nicht einlösen. Das ist heute anders. Die Firmen bekommen sehr viel weniger Geld und müssen schon früh beweisen, dass ihre Geschäftsidee auch betriebswirtschaftlich funktioniert. Es ist auch nicht mehr allein die Idee, die zählt, sondern vor allem die Umsetzung und das Team.

ABENDBLATT: Hat sich denn auch die Haltung der Mitarbeiter geändert?

WEBER: Ja. Die Mitarbeiter, von denen viele den Crash mitgemacht haben, bewerten heute ein Unternehmen deutlich realistischer und kritischer. Sie entscheiden sich erst dann für eine junge Firma, wenn sie den Eindruck gewinnen, dass die Hausaufgaben auf den eben genannten Gebieten bereits gemacht worden sind.

ABENDBLATT: Welchen Stellenwert hat die Mitarbeiterbeteiligung in Ihrem Personalkonzept?

WEBER: Sie ist sicherlich nicht das wichtigste Kriterium, warum ein Mitarbeiter bei uns anfängt, sondern ein zusätzlicher motivierender Faktor - der aber auch schon mal den Ausschlag geben kann. Entscheidender sind jedoch nach wie vor die Firmenkultur, das Team, die Weiterentwicklungsperspektiven, das Geschäftsmodell und die Branche.

ABENDBLATT: Damals in der New Economy wurde das Gehalt gern mal zugunsten der Mitarbeiterbeteiligung gekürzt. Wie gehen Sie heute damit um?

WEBER: Bei uns geht die Mitarbeiterbeteiligung nicht zulasten des Gehaltes. Sie ist eine Prämie on top, die auf den Erfolgsfall ausgelegt ist. In der New Economy waren die Posten entweder deutlich überbezahlt, was sich auch in erhöhten Optionen niederschlug, oder das Gehalt wurde gekürzt und der Mitarbeiter stand am Ende unterbezahlt da, wenn die Optionen sich nicht erfüllt haben.

ABENDBLATT: Das heißt, in Ihrem Modell würde der Mitarbeiter im Krisenfall kein Geld verlieren?

WEBER: Im schlimmsten Fall bekommt ein Mitarbeiter am Ende keine Erfolgsprämie. Dann hat er aber zumindest ein vernünftiges Gehalt bekommen und kein eigenes Geld in das Unternehmen investiert und verloren. Anders wäre das heutzutage auch gar nicht mehr möglich. Niemand würde doch in Zeiten des Fachkräftemangels für nur 60 Prozent Fixgehalt plus Option arbeiten.

erschienen am 25. August 2007 im Hamburer Abendblatt

Den ungekürzten Artikel gibt es auch im cellity Pressebereich.

Categories: Presse
Tags: keine

3 Reaktionen zu „abendblatt “Mitarbeiterbeteiligungen. Denken wie ein Unternehmer”“

  1. Matthias, 6. September 2007 um 15:40 Uhr

    Habe leider nirgends herauslesen können bei welchem Unternehmen Sarik Weber arbeitet, weiß da jemand Bescheid?

  2. Oliver Steiner, 6. September 2007 um 17:54 Uhr

    Klar. Sarik arbeitet für ein ziemliches cooles Unternehmen in Hamburg mit dem Namen cellity.

  3. Holm, 17. September 2007 um 22:13 Uhr

    Mitarbeiterbeteiligungen sind ja so neu auch nicht mehr, wurden bereits vor 150 Jahren vornehmlich in der Landwirtschaft eingeführt.
    Immer heftigst umstritten halten sich daher deren Einführung sowie Wiederabschaffung die Waage.
    Selbige Steht und Fällt mit der Akzeptanz des ausgestalteten Beteiligungsmodells seitens Arbeitgeber und Arbeitnehmer.
    Interessenkonflikte sind vorprogrammiert, längere Laufzeiten daher eher eine Seltenheit …..

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